David Garrett zu Besuch auf der Musikmesse
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David Garrett zu Besuch auf der Musikmesse

„Best Of Violin“ vom Schott-Verlag vorgestellt.

David Christian Bongartz begann im Alter von vier Jahren mit dem Geigenspiel, zunächst wurde er von seinem Vater Georg Paul Bongartz unterrichtet. Mit acht Jahren entschieden seine Eltern, ihn unter dem Familiennamen der Mutter auftreten zu lassen. David Garrett übte schon in frühester Kindheit mehrere Stunden am Tag und konnte bereits mit neun Jahren beim Festival Kissinger Sommer debütieren und seiner Karriere somit einen großen Impuls geben. Mit 13 Jahren bekam er einen Exklusiv-Vertrag bei dem CD-Label der Deutschen Grammophon, wo er 1995 unter Claudio Abbado Mozarts Violinkonzerte KV 218 und KV 271a sowie die Geigensonate KV 454 einspielte.

Seine namhaften Lehrer waren u.a. Zakhar Bron, Ida Haendel und ab 1999 Itzhak Perlman, bei dem er an der Juilliard School in New York Violine sowie Komposition und Musikwissenschaft studierte. 2003 gewann Garrett mit einer Fuge im Stil von Johann Sebastian Bach den hauseigenen Kompositionswettbewerb.

Neben den Konzerten mit der klassischen Violinliteratur begeisterte Garrett immer schon die Welt der Rock- und Pop-Musik. So begann er sein Crossover-Konzept aufzubauen und gewann mit dem Berliner Konzerveranstalter DEAG einen starken Partner, der ihm half den Event-Charakter seiner Konzerte mit Crossover Bearbeitungen klassischer Werke im Rock-Pop Gewand zu ermöglichen. Fortan standen Garrett bei seinen Konzerten nicht nur ein Sinfonieorchester sondern auch eine Rockband zur Seite.

Mittlerweile erreicht er mit seinen 10 Crossover CDs und den diese verkörpernden Tourneen ein Millionenpublikum. Garretts erläuterte im Interview, dass es sein großes Ziel sei auch Musikliebhaber zu erreichen, die seiner Ansicht nach nicht unbedingt als Klassik liebendes Publikum in Konzerte gehe. So ist sein Bestreben Werke von der Klassik bis hin zu Rock und Pop Songs so zu bearbeiten, dass sie eine Symbiose eingehen und die Verbindung von U- und E-Musik vollenden.

Während seiner einjährigen gesundheitlich bedingten Pause von Konzerten und Tourneen hatte Garrett genügend Zeit, sich einen langjährigen Traum zu erfüllen. Denn seit vielen Jahren wird er immer wieder darauf angesprochen, ob es nicht Noten zu seinen Einspielungen gäbe. David Garrett schlug Dr. Peter Hanser-Strecker vom Mainzer Schott Verlag vor einen Notenband mit Transkriptionen für Geige und Klavier seiner beliebtesten Titel der letzten zehn Jahre herauszugeben.

Gemeinsam mit seinen langjährigen musikalischen Weggefährten Franck van der Heijden und John Haywood kreierte er einen Klavierpart, der auf geniale Weise die Klangdichte der Orchesterarrangements aufnimmt und umsetzt. Somit ist ein musikalisch inspirierender, aber auch technisch fordernder Notenband für Geige und Klavier entstanden. Er enthält 16 Transkriptionen mit Werken u.a. von Paganini, Puccini und Beethoven bis hin zu Bearbeitungen von Songs wie der Bands  Metallica, Guns ’n’ Roses und Led Zepplin.

Die auf der Musikmesse in einem Vorabdruck vorgestellten Stücke Tico Tico in der Version von Paco de Lucia sowie dem berühmten Thema von Beethovens 5. Sinfonie sind im Violinpart fast tongetreu von den CDs Music (2012) und Rock Symphonies (2010) transkribiert. David Garrett legte großen Wert bei den Arrangements auf gute Spielbarkeit, er versah daher die Geigenstimme mit seinen Fingersätzen, Lagen und Bogenstrichen. Die Klavierbegleitung wird durch den hohen künstlerischen Anspruch von Garrett die Pianisten sicherlich begeistern. David Garrett hob im Interview hervor, welch große Herausforderung es war die Transkription der Orchesterarrangements möglichst authentisch zu arrangieren.

Die Songs stammen von sieben seiner zehn CDs aus den Jahren 2008 Encore bis hin zu einem Song der 2017 erschienenen CD Rock Revolution. Fast alle Stücke sind auf der zur im Mai 2019 startenden Deutschland Tournee erschienenen CD Unlimited – Greatest Hits (2018) enthalten.

Somit gibt es erstmals einen Notenband der dem hohen musikalischen Anspruch David Garretts genügt. Bei der Präsentation auf der Frankfurter Musikmesse sicherte Verleger Dr. Peter Hanser-Strecker David Garrett zu, der sich wünschte auch einen zweiten oder dritten Band entstehen zu lassen, dass es nicht bei diesem einen Notenband bleiben werde. Auf Anfrage während des Interviews, ob er auch einen Band mit Arrangements mittlerer Schwierigkeitsstufe herausgeben werde, erwiderte David Garrett, dass in diesem Notenband durchaus auch Stücke zu finden wären, die im mittleren Schwierigkeitsgrad spielbar wären. Insbesondere die balladenhaften Songs würden sich hierfür eignen.

Mit diesem Notenband wird David Garrett vielen Fans eine große Freude bereiten aber auch eine Vielzahl an Übungsstunden abverlangen, bis sie die Transkriptionen mit der Perfektion, die Garretts Spiel kennzeichnet, spielen können. Der Übeaufwand wird sich auf alle Fälle lohnen und die Vorbildfunktion für Jung und Alt wird sich auch auf diese ab Mai im Schott Verlag erhältliche Notenausgabe und die enthaltenen Werke niederschlagen.

Christiane Maier M.A.

————————————————Textquelle: Christiane Maier M.A

Bildquelle: freigegeben durch Melanie Gomez